13.09.2019: 1. Mannschaft mit bestandener Cup-Prüfung

Da Zemp seine Aufgaben als Berichterstatter wohl zu Freuden von Trainer Scherz meisterte, durfte er auch an diesem Abend das Spiel von Beginn an in Reporter-Manier als Zuschauer verfolgen. Es wurde auch gemunkelt, er hätte seinen Platz in der ersten Elf bei der Hinfahrt nach Attiswil verspielt, da er den Platz vorne rechts als Beifahrer in Anspruch nahm und es so endlich schaffte, unseren Trainer auf die (Rück)Bank zu degradieren.

Bei perfekten Bedingungen nahmen wir unsere zweite Cup-Aufgabe in Attiswil in Angriff. Der ambitionierte Viertligist hat sich vor diesem Spiel viel vorgenommen, wollte er doch endlich einmal die zweite Cup-Runde überstehen, zumal der Cup seine eigenen Regeln besitzt. Dies zeigte sich schnell. Cup ist nicht Meisterschaft, dass dachten an diesem Tag wohl auch unsere Spieler. Denn endlich konnten wir in einem Pflichtspiel eine Leistung abrufen, welche an den guten Testspielen anknüpft. Ab der ersten Minute drückten wir dem Spiel unseren Stempel auf.

Die Einheimischen merkten schnell, dass es an diesem Abend schwierig werden sollte, etwas Zählbares mitzunehmen. Und so konnten wir bereits in der Startphase einige gute Aktionen herausspielen, welche aber vorerst ohne Torerfolg blieben. Obwohl wir sehr spiel- und lauffreudig auftraten, benötigten wir die Hilfe des Schiedsrichters, um in Führung gehen zu können. Bereits 30 Minuten waren gespielt, als bei einem unserer Angriffe ein Attiswiler Verteidiger im Sechzehner die Grätsche auspackte und der Schiedsrichter auf den Punkt zeigte. Ein harter Entscheid, den wir aber gerne annahmen. An dieser Stelle erinnere ich daran, dass General Scherz vor dem Spiel in der Kabine deutlich auferlegte, dass ihm egal sei, wer den nächsten Elfmeter schiessen würde. Ich gehe davon aus, dass es ihm egal war, da sowieso keiner seiner Schützlinge treffen sollte. Also entschied sich das Team für das kleinstmögliche Risiko. Oder gibt es wirklich einen Spieler auf dieser Welt, der drei (in Zahlen 3) Strafstösse hintereinander versemmeln würde? Ich denke nicht… Also lief Schalt an und brachte mit dieser Aktion unseren Trainer, aber auch unseren Neo-Präsidenten zum Schäumen. Er versenkte den Ball unten links und liess so seine Penalty-Kritiker verstummen. Wir erhofften uns, dass dieser Treffer zum Dosenöffner wird und wir umgehend nachlegen würden.

Doch dann passierte etwas Unvorhergesehenes. Attiswil schaffte es in unsere Hälfte. Dabei konnte unsere Nummer 4 und etatmässiger Berichterstatter einen Ball abfangen und diesen knapp vor dem Gegner klären. Dabei traf der etwas zu spät kommende Gegner eben diese Nummer 4 unten an den Stollen und ging gleich selber auf Grund der Schmerzen zu Boden. Dies irritierte den Schiedsrichter, welcher pfiff und sich für Freistoss Attiswil, rund 30 Meter vor dem Kasten, entschied. Der bis dahin inexistente Gegner liess sich nicht zweimal bitten. Ihre Nummer 20 bugsierte das Spielgerät mit der linken Klebe (unhaltbar?) an der Mauer vorbei in den Kasten. Quick-Nick war bei der Ballabgabe noch ein wenig mit Beni beschäftigt, der ihm angeblich die Sicht verdeckte. Wer denkt, dass dies der Beginn des Aufbäumens des Unterklassigen war, hat sich zum Glück geschnitten. Im Gegenteil, es war lediglich ein Schuss vor den Hägendörfer Bug und der Start in ein furioses Ende der ersten Hälfte. Wir benötigten lediglich 5 Minuten, um erneut durch Cuba-Dome aka. Chefkoch in Führung zu gehen. In Serge Gnabry Manier lief er nach seinem gekonnten Abschluss im Strafraum, am Ende eines schönen Angriffs über die linke Seite, zum Kochlöffel-Jubel an.

Zwei Minuten später spielten wir Beni rund 25 Meter vor dem Tor frei. Unser Assistenztrainer, etwa so bekannt für seine Distanzschüsse wie für seine Alkoholexzesse, zirkelte den Ball gewollt an den Rücken des Gegners und infolge der Richtungsänderung unhaltbar ins Tor. 3:1 und immer noch nicht Pause. Fast mit dem Pausentee geschah etwas Unglaubliches. Unser Torhüter Nick tauchte frei im Attiswiler Strafraum auf, nachdem Cuba Dom sich auf der rechten Seite durchtankankte und Coolman unfreiwillig den Ball passieren liess. Quick Nick liess sich natürlich nicht zweimal bitten und erzielte das nächste Tor. Sie denken, diese Geschichte ist wahr? Dann muss ich sie leider enttäuschen. Sie ist frei von unserem Schiedsrichter erfunden. Er hat sich wohl in der Nummer geirrt, denn der Torschütze war Miro Blenke (Nr. 16) mit seinem schwachen rechten Fuss und nicht unser Torwart (Nr. 18).

In der Pause war Trainer Scherz das erste Mal seit langem vollumfänglich zufrieden. Selten habe ich diesen Mann zwischen den beiden Hälften so strahlend gesehen. «Sensationell», um nur einer seiner Ausdrücke zu nennen. Er legte uns zudem nahe, die Leistung mit in den zweiten Durchgang zu nehmen. Gesagt getan. Cuba-Dome erhöhte das Score ein paar Minuten nach Wiederanpfiff, nach dem sich die Attiswiler vergeblich gegen die drohende Klatsche zu wehren versuchten. Allerspätestens mit diesem Treffer war die Sache gegessen, obwohl noch fast 40 Minuten Spielzeit übrig blieben. Neben Doppelpacker Dodo reihte sich ein weiterer Spieler, bzw. Assistenztrainer, zum zweiten Mal in der Torschützenliste ein. So stand es nach gut 65 Minuten bereits 6:1. Die verbleibenden 25 Minuten verliefen dann wie ein Trainingsspiel. Wir liessen den Ball zirkulieren und erspielten uns mehrere Chancen. Gleichzeitig schlichen sich aber auch ein paar kleine Fehler ein und wir vernachlässigten ein wenig die defensive Ordnung. Dies spielte aber an diesem Abend keine Rolle, zumal Langhaar-Gipsy seine bis dahin sehr gute Leistung mit einem Tor krönen konnte. Mannschaftsdienlich wie er ist, entschuldigte er sich sogar beim eingewechselten Sili Gonzalez dafür, dass er den Ball nicht abgespielt hat.

1:7 bedeutete gleichzeitig das Resultat am Ende eines endlich gelungenen Spiels unserer Truppe. Natürlich wären sogar noch ein paar Tore mehr möglich gewesen. Vor allem nennenswert zu erwähnen ist aber, dass unser Gegner, nebst dem direkt verwandelten Freistosstor und einer missratenen Flanke, keinen Ball auf das Tor bringen konnte. Gerne erinnere ich an dieser Stelle daran, dass wir auf dem selben Platz, gegen den selben Gegner, einen Cup-Fight über 120 Minuten inkl. Elfmeterschiessen erleben mussten, glücklicherweise mit dem besseren Ende für uns. Wer weiss, vielleicht schaffen wir im nächsten Jahr den Cup-Hattrick in Attiswil. Warum nicht?

PS: F. Zemp wollte trotz seiner Zuschauerrolle den Bericht nicht schreiben und führte lieber sein Statistikbuch fort, denn in den 7 Minuten, in denen er zum Einsatz kam, spielten wir zu Null. Ob es daran lag, dass das Spiel längst entschieden war und der Gegner an diesem Abend absolut keine Chance hatte, oder wirklich an seiner guten Leistung (die bringt er übrigens nur, wenn er die Nr. 4 neben sich hat), steht in den Sternen.

07.09.2019: 1. Mannschaft Befreiungsschlag gegen Olten

Während Bürgin auf dem Rückweg aus Irland war, liefen wir am Samstag um 17 Uhr zuhause gegen Olten auf. Seine Anwesenheitsbilanz lässt sich sehen. Ein Spiel anwesend und fünf Spiele abwesend (einmal davon aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen). 1 zu 5 also.

1 zu 5 sollte es dann auch am Ende des Tages, aus Sicht der Mannen aus Olten, heissen. Wir freuen uns, dass «dä Börgin» in Zukunft wieder etwas öfter auf der Breite zu sehen sein wird. Scherz wollte ihn eigentlich noch vor Schliessung des Transferfensters loswerden. Die Vereinsführung sprach jedoch ein Machtwort und erklärte ihn für unverkäuflich.

Zum Spiel. Hägendorf startete gut und ging bereits nach 5 Minuten in Führung und Luki montierte mit seinem Tor wieder eines der imaginären Beine an den Trainerstuhl von Scherz. Der Trainer sass also zu diesem Zeitpunkt fest im Sattel. Jedoch hat er die Rechnung ohne mich gemacht. Ich war immer noch sauer, dass er meinen alten Kumpel verkaufen wollte. Nach einem Einwurf nahm ich zwei Schritte Anlauf, um dann Oltens Rakete Xaver Meyer mustergültig zu lancieren. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und schob zum Ausgleich ein (dieses Assist brachte mir nach dem Spiel ein Bier von Meyer ein). Lukis Schreinerarbeiten waren also für den Moment umsonst.

Wir konnten uns dies erlauben, weil Olten an diesem Tag wohl nicht in Bestbesetzung auflief. Scheinbar eignen sich bei den Dreitannenstädtern nicht alle Tage gleich gut, um Fussballspiele anzusetzen.

Coolman war in der 32. Minute für das 2:1 verantwortlich. So war auch mir wieder etwas wohler und ich konnte mich langsam aber sicher damit befassen, wie ich meinen Fauxpas am besten im Matchbericht kaschieren konnte.

Wir waren eigentlich klar überlegen, konnten aber nicht wirklich Profit daraus schlagen. Es fehlte immer ein Bisschen. Einmal die Kaltblütigkeit, einmal der letzte Pass und einmal der letzte Einsatz. Immerhin kamen wir kurz vor der Pause noch zu einem Elfmeter. Schalt lief an, der Torhüter legte sich in die rechte Ecke, das Tor war offen und unser Neuzugang verschoss trotzdem. Zum zweiten Mal bereits. Nach dem Spiel meinte er, er habe noch nie einen Penalty verschossen und jetzt bei Hägendorf bereits zwei. Und was meinte der Trainer? Scherz verdrehte die Augen und sagte, Schalt werde auch in Hägendorf keinen mehr verschiessen. Ab jetzt schiessen die Torhüter.

Dann war Pause. Das erste Mal in dieser Saison waren wir zur Pause, in einem Liga-Spiel, in Führung. Scherz war trotzdem sauer. Alles beim Alten also.

Gipsy erhöhte nach 50 Minuten das Score. Der Blick des Trainers an der Seitenlinie blieb aber versteinert. Es war kein gutes Spiel, aber die Gegenwehr von Olten hielt sich in Grenzen. Schalt scheiterte in der Folge mit einem Freistoss ans Lattenkreuz. Mit diesem Schuss war er übrigens näher dran, als mit seinem Elfmeter. Wir überlegen uns nun beim Verband zu beantragen, dass er seine Penaltys in Zukunft aus 25 Metern schiessen darf. Nach 65 Minuten reüssierte er dann doch noch mit einem satten Weitschuss. An der Kilbi in Kappel war dann sein Treffer auch immer wieder Thema. Seltsamerweise wurde die Schussdistanz beim Erzählen mit jedem Mal etwas grösser.

Das Spiel plätscherte dann bis zum Schluss vor sich hin. Zu einem Highlight kam es aber noch. Der alte Mann, der in seinen Träumen ab und zu für Juve aufläuft, wurde noch eigewechselt. Kurz vor Schluss liess er dann seine Klasse aufblitzen und schlenzte einen Ball, den er zuvor brillant gestoppt hatte, in den Winkel. Der Schiedsrichter notierte fürs Internet, Eigentor. Dies hat aber ausser ihm keiner so gesehen.

Fazit nach dem Spiel. Wir haben den «Turnaround» geschafft, Scherz ist trotzdem mies gelaunt, nichts Neues aus Hägendorf also. Und vielleicht noch etwas für Statistik Fans. Wir haben in dieser Saison einmal 45 Minuten zu Null gespielt. In der zweiten Halbzeit in Flumenthal. Komischerweise mit Zemp UND Bürgin gemeinsam auf dem Feld. Ein Schelm wer Böses denkt.

04.09.2019: 1. Mannschaft Hägendorf taucht in Trimbach erneut

Nach seiner Degradierung von letztem Samstag erfährt Bürgin einen Aufsteller. Petkovic bietet ihn fürs Nati-Spiel gegen Irland auf (wie jeweils in Hägendorf, nur als Zuschauer). Derweil durfte sich der Autor, nach schwacher Leistung vom letzten Samstag, verdientermassen auf sein neues Kerngeschäft konzentrieren und in Trimbach den Bericht von der Bank aus verfassen.

Den Matchbericht zu diesem Spiel schreiben zu müssen, darf als doppelte Bestrafung gewertet werden. Entsprechend verspätet wurde er erst aufgeschaltet.

Die ersten 20 Minuten waren intensiv und ausgeglichen, jedoch ohne nennenswerte Tormöglichkeiten. Wir waren gut im Spiel, teilweise sehr gut und vielleicht sogar etwas besser. 

Und dann nicht mehr…

Als hätte er es gespürt, erhob sich «G.» Scherz nach 22 Minuten erstmals von der Bank und gab gewohnt «ruhig» Anweisungen. Kuba-Domi sagte mir: «Jetzt musch luege, etz chlöpfts de gad». Er sollte recht behalten. Zwei Minuten später lag der Ball schon hinter Quicknick und nach weiteren 11 Minuten, bereits wieder. Schifferle und Baumgartner profitierten von etwas zu pomadig agierenden FCH Akteuren. Es wurde nicht mehr besser bis zur Pause. Wenigstens auch nicht mehr schlechter (resultatmässig).

Als neuer Medienverantwortlicher, gesellte ich mich diesmal mit den Jungs in die Garderobe um auch vom Wort zum Pausentee, berichten zu können. Vollgas, Eigenfehler abstellen, Zweikämpfe suchen und so weiter hiess es. Aber lesen Sie weiter…

  1. Minute, Freistoss Trimbach. Der Ball geht ans Lattenkreuz und endet schlussendlich in einer Dreifach-Chance. Bravo, Anweisungen von Scherz aufgenommen und gleich wieder vergessen. Über die Wortwahl und Gemütslage, bei uns auf der Bank, wird nicht berichtet.

Dann wurde es doch noch etwas besser. In der 50. Minute wird ein für einmal gut getretener Eckball von Gipsy’s Haarpacht verlängert und Coolman konnte nur noch einschieben. Es keimte Hoffnung auf bei den Fans. So wirklich besserte es aber dann doch nicht. Uns fehlte der Zugriff im Mittelfeld. Wir verloren praktisch alle Zweikämpfe und auch Pässe über 5 Meter waren an diesem Abend eine zu grosse Herausforderung.

Ähnlich wie meinen Freunden auf dem Platz, geht es mir jetzt beim Schreiben. Ich weiss nicht mehr weiter. In der 65. und 86. kam Baumgartner noch zu seinem Hattrick. Wobei sich vor allem der eine Treffer sehen liess. Freistoss «i Bögu» wie es wohl die Wenigsten besser machen könnten. Wir kamen zu nichts mehr. Ende.

Für uns geht es am Samstag gegen Olten weiter. Der Druck steigt. Sollten wir dieses Heimspiel wieder verlieren, kämen wir langsam aber sicher in unerwünschte Tabellenregionen. Ich bin jedoch zuversichtlich. Neun Jahre Erfahrung lassen mich wissen, dass es sich in Hägendorf mit dem Messer am Hals, am erfolgreichsten «kicken» lässt. Die erste Mannschaft bedankt sich bei Mama Schalt für den Kuchen vor dem Spiel. Leider waren nicht alle Trimbacher so gastfreundlich zu uns. Vier Gegentore werden bei uns nicht als Geschenk gewertet. Wir werden uns in der Rückrunde revanchieren. Für Kuchen und Gegentore.

31.08.2019: 1. Mannschaft mit schmerzhafter Niederlage

Die wichtigste Personalie des Vereins wurde erst zwei Minuten vor Matchbeginn geklärt, als der etatmässige Berichterstatter Bürgin doch noch auf der Breite erschien und seinen imaginären Notizblock aus der Tasche nahm. Wie seine Teamkameraden, sollte auch er einen eher mässigen Nachmittag haben, verpasste er doch gleich mehrere Tore auf Grund von diversen Ablenkungen.

Nach der Niederlage gegen Wangen auf Grund einer katastrophalen ersten Halbzeit vertraute Trainer Scherz dennoch praktisch auf die gleiche Startelf. Lediglich auf einer Position wurde gewechselt.

Und auch die Startphase gegen das Team aus Winznau, welches sich ebenfalls mit einigen Neuzugängen verstärkte, verlief nicht optimal. Auch in diesem Spiel erspielte sich unser Gegner zu Beginn der Partie die ersten Aktionen in der gefährlichen Zone. Eine davon führte zu einem ersten Aufreger beziehungsweise zu einem Pfiff des Schiedsrichters. Nach einem Ball auf die Winznauer Sturmspitze in oder nahe an den Strafraum fiel der Stürmer infolge des Einsteigens von F. Zemp. Aus 100m Entfernung sah es nach einem klaren Elfmeter aus, wobei natürlich aus dieser Distanz nicht ersichtlich war, wo das vermeintliche Foul passierte. Es war eine knappe Entscheidung und womöglich die Falsche, was aber nichts an der Tatsache änderte, dass Winznau durch einen Strafstoss in Führung gehen konnte.

Durch den Rückstand erwachten wir endlich und glichen durch eine schöne Kombination aus. Claude und Schalt spielten sich durch die Hintermannschaft des Gegners, ehe der Ball zum freistehenden Langhaar-Gipsy gelangte. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und schloss gekonnt ab. Wir gaben uns mit diesem Resultat aber nicht zufrieden und doppelten mit einer Standardsituation nach. Eine Freistossvorlage von Schalt verwertet Beni am zweiten Pfosten zur ersten und einzigen Hägendorfer Führung in diesem Spiel. Schlag auf Schlag ging es weiter, Winznau wirkte nicht wirklich verunsichert, im Gegenteil. Wenn dann waren wir es, die mit Unsicherheiten glänzten. So kam es, wie es kommen musste und Winznau glich nach einem Einwurf aus dem Halbfeld und einem Solo ihres Mittelfeldspielers aus. Dabei war unsere Hintermannschaft stets zu weit weg und liess den Gegner machen. Das 2:2 war auch zugleich das Pausenresultat. Der eher mässig auftretende Schiedsrichter stand neben dem Elfmeterpfiff zu Beginn des Spiels einige Male im Rampenlicht, als er zeigte, dass er keine Linie hatte und mal so, mal so entschied. Dies sollten wir in Durchgang 2 erneut zu spüren bekommen.

Die zweite Halbzeit startete mit weniger Action und nach 52. Minuten war der Spuk zu Ende. Trainer Scherz wechselte den schwach agierenden Zemp aus und damit hoffentlich den Sieg ein. Es dauerte rund 15 Minuten ehe der Schiedsrichter und ein Ex-Hägendörfer die Gäste wieder in Führung bringen konnten. Ein klares Foulspiel im Mittelfeld ahndete der Unparteiische nicht und liess laufen. Wir haderten mit diesem Fehlentscheid und schafften es nicht, einfach weiterzuspielen. Dies rächte sich in Form von M. Riso, welcher zur erneuten Führung seiner Farben einnetzte. Wie zu Beginn des Spiels schafften wir es erneut, die Partie auszugleichen. Diesmal wirkte die Hintermannschaft von Winznau unsortiert und nach einem Ball durch die Mitte konnte Coolman enteilen und zum 3:3 ausgleichen. Etwas mehr als eine Stunde war zu diesem Zeitpunkt gespielt. Wer dachte, dass wir es nun schaffen, auf die Siegerstrasse zu gelangen, hat sich leider getäuscht. Wir schlugen uns einmal mehr selber, als der Schiedsrichter in der 75. Minute zum zweiten Mal auf den Punkt zeigte. Dieser Entscheid war zu 100% korrekt und es gab nichts, aber auch gar nichts, zu diskutieren. Der Winznauer Muth, für seine Schusstechnik bekannt, liess es sich nicht nehmen und verwandelte auch den 2. Elfmeter souverän. Unser Torwart Ben schaffte es wieder nicht die richtige Ecke zu ahnen. Er ist im «Elfmeter halten» wohl ähnlich sattelfest, wie zu später Stunde an der Bar…

Leider konnten wir dieses Resultat nicht mehr ausgleichen, obwohl wir die Möglichkeiten dazu hatten. Allen voran Beni, welcher sich zum 2. Mal in die Torschützenliste hätte eintragen können, als er nach einer Flanke von Schalt rund 1.3556 Meter vor dem Tor nicht einnetzen konnte und zugleich den gegnerischen Schlussmann verletzte, welcher ausgewechselt werden musste. Auch der Ersatzkeeper wurde an diesem Tag nicht mehr bezwungen, was dazu führte, dass wir eine unnötige und schmerzhafte Niederlage in Kauf nehmen mussten. Die Tatsache, dass wir uns wieder einmal selber schlugen und in einem ausgeglichenen Spiel als Verlierer vom Platz gingen, schmerzt umso mehr.

28.08.2019: 1. Mannschaft Niederlage nach katastrophaler 1. Halbzeit

Dieses Mal gab es in der Startelf von Scherz keine Überraschungen. Da Bürgin immer noch in den Ferien weilt, stand diesmal Zemp im Abwehrzentrum.

Gegner war heute der FC Wangen bei Olten welcher mit einer 1:4 Niederlage in die Saison gestartet ist.

Rein ins Spiel und man musste von Anfang an wach sein damit man nichts verpasste. Erster langer Ball, Abwehrhüne Zemp verliert das Kopfballduell, Keller klärt zum Einwurf. Rasch ausgeführt, Pass in die Mitte, abgefälschter Abschluss und der Ball flog nach 40 Sekunden über unseren verdutzten Debut-Keeper Ben in die Maschen.

Wer jetzt dachte dies wäre ein Weckruf für die Mannen aus Hägendorf sah sich getäuscht. Man hatte von hinten bis vorne kein Zugriff auf das Spiel und war immer den berühmten Schritt zu spät. So kam’s wie es kommen musste. Pass in die Tiefe über links, scharfer Ball in die Mitte, Claude versuchte zu klären, traf jedoch unglücklich den Gegner und schon stand es 2:0 für Wangen. Und dies nach nur 5 Minuten.

Nach diesem Horrorstart plätscherte das Spiel bisschen vor sich hin. Bis dann Schalt in die Tiefe geschickt und im Strafraum regelrecht niedergemäht wurde. Der Gegner traf sicher auch den Ball, aber wer so einsteigt kann sich über einen Penaltypfiff nicht beklagen. Der Gefoulte selbst trat an, schoss halbhoch in die linke Ecke und sah seinen Ball, vom gut agierenden Torhüter in den Corner abgewehrt.

Wen es nicht läuft, dann läuft’s nicht. Man hatte nach dem Elfmeter noch die eine oder andere gute Chance, scheiterte aber jeweils am guten Torhüter oder am eigenen Unvermögen.

Nach 30 Minuten konnte sich dann auch Neo Keeper Ben auszeichnen, er parierte mirakulös einen gut platzierten Kopfball. 6 Minuten später war jedoch auch Ben machtlos, nach einer schönen Ballstaffete über mehrere Stationen landete der Ball zum dritten Mal im Hägendörfer Kasten.

Jetzt gab es Bewegung auf der Bank, Scherz schickte gleich die ganze Bank zum Einlaufen, mit Ausnahme von unserem ältesten Spieler Felice.

Der Inhalt der Pausenansprache entzieht sich meiner Kenntnis, jedoch scheint sie ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Mit 5 neuen Kräften ging es in die 2. Hälfte und es schien ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Man nahm die Zweikämpfe an und erspielte sich gute Chancen. Allen voran unser Lokiführer Hafed und sein Sturmpartner Langhaar Gypsi.

In der 56. Minute war es dann soweit, Bogenball in den Strafraum, Verteidiger und Torwart waren sich uneins wer den Ball nehmen soll und Gypsi konnte, dank seinen langen Haaren den Ball ins Tor streicheln. 3:1 und noch viel Zeit auf der Uhr.

Ab jetzt ging es eigentlich nur noch in eine Richtung, 10min später lag der Ball wieder im Tor, jedoch ertönt der Offsidepfiff des Schiedsrichters. Bei den wenigen Kontern die Wangen in der 2. Halbzeit hatte, konnte man sich auf den sicheren Rückhalt Ben verlassen.

Oder wie unser Abwehrpatron Zemp zu sagen pflegt: “eine muess de Goalie au mau hebe“.

Mit der Führung im Rücken versuchte Wangen jetzt natürlich möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen. Was Ihnen soweit auch gut gelang, denn langsam aber sicher näherte man sich der 90. Minute.

Dann die 88. Minute, Claude mittlerweile mit der Captainbinde am Arm hatte einen Energieanfall über die linke Seite. Scharfer Pass zur Mitte, wo Gypsi sein Doppelpack schnürte 3:2. Jetzt musste es schnell gehen.

Weil mehrere Wangner in der 2. Halbzeit von Krämpfen geplagt waren, liess der Schiedsrichter satte 8 Minuten nachspielen.

Trotz der langen Nachspielzeit passierte nicht mehr viel und man ging zum ersten Mal in dieser Saison als Verlierer vom Platz.

Man sah enttäuschte Gesichter und hängende Köpfe, weil man wusste, dass man das Spiel in der 1. Halbzeit vergeben hatte.

Man darf nach dieser Auswärtsniederlage sicher gespannt sein, wie sich die Mannschaft am Samstag am ersten Heimspiel präsentieren wird.

Ziemlich sicher mit einer veränderten Startformation, weil was in den ersten 45 Minuten geboten wurde konnte unserem Trainer Scherz so nicht gefallen.

22.08.2019: 1. Mannschaft Scherz spielt mit dem Feuer und wird belohnt

Bereits vor dem Spiel brach Hektik aus. Die Fans tobten, weil der Trainer, trotz der Abwesenheit von Bürgin, seinen Abwehrcrack Zemp auf der Bank schmoren liess. Die Nummer 20 musste für seine knapp 6-wöchige Ferienabwesenheit büssen.

Aber nun rein ins erste Cupspiel der Saison, auswärts in Niederbipp. Bereits nach 6 Minuten klingelte es im Kasten der Bipper. Nach einem weiten Ball von Claude aus dem Abwehrzentrum entwischte Kugelblitz Lipari der gegnerischen Abwehr und zog alleine aufs Tor. Kurz bevor er mit dem Torhüter zusammen zu stossen drohte, konnte er quer auf den mitgelaufenen Schalt, legen. Dieser versenkte gewohnt abgeklärt. Keine 10 Zeigerumdrehungen später erhöhte Gipsy, per Weitschuss, auf 2:0. Natürlich wurde dessen Schuss unglücklich abgelenkt. Ansonsten wäre er wohl kaum im Tor gelandet. Der Neo-Oltner mit der tollen Haarpracht ist nämlich nicht gerade für Tore aus grosser Distanz bekannt.

Anschliessend plätscherte das Spiel rund 15 Minuten vor sich hin, um danach noch einmal richtig Fahrt aufzunehmen. Dabei kam Huber einem weiteren Treffer am nächsten. Nach einem schönen Konter, welcher Kuba-Domi mit einem Tunnel und einem Traumpass an den rechten Flügel einleitete, setzte unser Schalker die Flanke von Schalt nur an den Innenpfosten. Nach einigen weiteren teils hochkarätigen Chancen, pfiff der Schiedsrichter zur Pause. Der grosse Mann vom letzten Spiel war in Halbzeit eins übrigens kaum gefordert. Nur einmal wurde Quicknick zur Flugshow gebeten und lenkte einen Distanzschuss zum Corner. Der Ball kam allerdings in perfekter Goalie-Höhe angerauscht und unser Ersatzkeeper Ben meinte nach dem Spiel im Interview mit Sky, dass er diesen Ball wohl mit einer Hand gefangen hätte.

Was Scherz seinen Schäfchen zum Pausentee erzählte, ist dem Autor nicht bekannt. Er durfte sich währenddessen, wie alle anderen Ersatzspieler, im Torschuss üben.

Seine Worte haben auf jeden Fall nicht gewirkt oder waren vielleicht sogar kontraproduktiv. 3 Minuten nach Wiederanpfiff kam Niederbipp nämlich zum Anschlusstreffer. Dabei sah vor allem Co-Trainer Huber gar nicht gut aus. Dieser liess sich 30 m vor dem Tor etwas gar leicht düpieren und konnte Schlimmeres auch nicht mehr verhindern.

Es folgte eine schlechte Phase im Spiel, geprägt von vielen Fehlern.

So war es unser Gegner, welcher das Spiel zu unseren Gunsten entschied. Mit 2 roten Karten innert 5 Minuten und einem unnötigen Elfmeter haben sie sich selber geschlagen. Den Elfmeter versenkte übrigens Schalt zu seinem vierten Treffer im zweiten Pflichtspiel. Loben sollte man den Jungen jedoch nicht dafür. Schliesslich gehören Tore zum Job eines Stürmers. Trotzdem freuen wir uns darüber, dass wir im Sommer einen Mann mit Bier- und Torriecher verpflichten konnten.

Kurz vor Schluss setzte Gianluca (Jahrgang à sehr jung) mit dem 4:1 den Schlusspunkt.

 

Nach nun zwei Siegen zum Saisonstart geht es nächsten Mittwoch weiter mit dem Spiel in Wangen b. Olten. Die Anhänger des FC Hägendorf dürfen gespannt sein, für welche Lösung sich der Trainer im Abwehrzentrum entscheiden wird.

Sollte er sich wieder zu einer waghalsigen Aufstellung hinreissen lassen, sind Turbulenzen im Blätterwald von Hägendorf garantiert. Aber glücklicherweise ist der Mann aus dem Aargau immer für einen «Scherz» zu haben.

17.08.2019: 1. Mannschaft mit Sieg nach schwacher Leistung

Auf etwas holprigem, aber spielbarem Terrain starteten wir beim Aufsteiger aus Flumenthal in die neue Saison. Auf Grund der guten Leistungen aus den Vorbereitungsspielen haben wir uns für die anstehenden Pflichtspiele viel vorgenommen.

Die Startphase des Spiels ging eher gemächlich über die Bühne und wir merkten schnell, dass Ernstkampf nicht gleich Testspiel ist. So kam Flumenthal zu einigen guten Aktionen, in dem sie häufig mit langen Bällen operierten. So viel vorweg, unser bester Mann konnte mit einigen Glanzparaden Schlimmeres verhindern. Trotz der schwachen Leistung in Durchgang 1 eröffneten wir das Score und Bitterli schloss eine der wenigen guten Aktionen gekonnt ab und erzielte damit das 1:0. Anstatt diesen Schwung mitzunehmen, stärkten wir unseren Gegner mit vielen Eigenfehlern (Scherz, 2019) und daraus resultierte der Gegentreffer. Sichtilich verunsichert und mit zahlreichen Fehlpässen retteten wir das 1:1 in die Pause. Dank Quick-Nick lagen wir in diesem Moment nicht zurück.

Es folgte eine Pausenansprache von unserem Trainer und einige Wechsel. Unter anderem F. Zemp, der zur Überraschung aller, nach seiner mehrwöchigen Auszeit, noch ins Trikot passte.

Die zweite Hälfte begann etwas besser, was bei der miserablen Leistung aus Durchgang 1 auch nicht wirklich schwierig war. 

Aus dem nichts SCHALTeten wir einen Gang hoch. Ein couragierter Lauf von unserem fliegenden Holländer wussten die Flumenthaler nur mit einem Foul zu stoppen. Freistoss rund 20 Meter vor dem Tor, oder wie unser Neuzugang aus Trimbach sagt: „Wiene Penalty!“ Er liess Taten sprechen und versenkte den Freistoss über der Mauer hinweg im Netz. Kurz Darauf folgte bereits das 3:1, als wiederum unser Holländer stark nachsetzte und zusammen mit Schalt einen Fehler erzwingen konnte. Diesen nutze eben dieser Schalt aus und spitzelte das Spielgerät am Torhüter vorbei. Doppelpack!

Jedoch kam der Aufsteiger auch in der zweiten Hälfte zu 2-3 Topchancen, welche meistens durch unsere Mauer Nick, oder durch das eigene Unvermögen vereitelt wurden. Das an diesem Tag kein weiterer Gegentreffer gefallen ist, gleicht einem Wunder.

Trotz mässiger Leistung nehmen wir die 3 Punkte mit und hoffen beim nächsten Spiel auf eine Leistungssteigerung.

Autor: Miro Bürgin

01.06.2019: Niederlage gegen den Gruppenersten

Die Zuschauer auf der Breite staunten nicht schlecht, als kurz vor dem Spiel gegen Deitingen bekannt gegeben wurde, dass Erfolgstrainer R. Scherz nicht länger Trainer der 1. Mannschaft ist. Nach intensiven Gesprächen wurde entschieden, dass die Abfindung von 52 Legosteinen bezahlt und Scherz in den Urlaub geschickt werden sollte.

Das neue Spielertrainer-Duo Keller/Zemp wurde somit vorgestellt und direkt ins kalte Wasser geworfen. Das unerfahrene Gespann kannte noch keinen einzigen Spieler aus dem Kader. Daher glich die Aufstellung, für welche sie sich entschieden haben, einem Losentscheid. Im Tor entschied das Trainergespann sich für den falschen Furrer, satte 30cm kleiner als der etatmässige Keeper. In der Abwehr spielten neben einem Mittelfeldspieler zwei Stürmer und das 5er Mittelfeld bestand aus einem zusammengewürfelten Haufen Kubb-Spieler und einem rechten Flügel, der seine Lunge bereits mit 16 an der Bartheke gegen zwei Sambucca-Shots eingetauscht hatte. Im Sturm dann zwei Mittelfeldspieler, die sich als einzige über ihre neue Position freuten.

Den Leader aus Deitingen interessierten diese Umstellungen sichtlich wenig, legte er doch gleich zu Beginn los wie die Müllabfuhr… eeeh Feuerwehr. Bereits nach wenigen Zeigerumdrehungen umspielte der Favorit unsere überforderte Abwehr und wurde ein erstes Mal gefährlich. Bei jedem Angriff wurde es heiss vor unserem Neo-Torhüter und es war keine Überraschung, als nach geschlagenen 6 Minuten der Ball ein erstes Mal im Netz zappelte. Unser Trainer Claude war derart erzürnt, dass er seinen Leopard-Jackett in Richtung Ersatzspieler warf. Nun hatte Deitingen Lunte gerochen, aber ehe sie das Score erhöhen konnten, tauchte Driton überraschenderweise und mutterseelenalleine vor dem gegnerischen Gehäuse auf. Leider verpasste er den Ausgleich knapp. Dies gefiel dem Deitinger Captain ganz und gar nicht und er peitschte sein Team weiter nach vorne. Diese Aktion zeigte ihre Wirkung und die Tore fielen im 5-Minuten-Takt. Wenigstens einmal durfte sich L. Furrer auszeichnen, indem er einen Elfmeter mit gütiger Mithilfe des Pfostens parieren konnte. 5:0 zur Pause. Wäre Scherz an diesem Tag an der Seitenlinie gestanden, hätte uns wohl ein Donnerwetter erwartet. Chefcoach Keller blieb aber ruhig, da er bemerkt haben musste, dass die von ihm gewählte Aufstellung der Grund des Übels war.

So stellte er beinahe alles um. Unter anderem mit dem Torwart schien er nicht zufrieden zu sein. Livio räumte seinen Platz für die neue Nr. 2, Robin. Ebenfalls eher klein gewachsen, dafür umso engagierter. Dieser Wechsel schien sich auszuzahlen. Alle anderen, inkl. die eigene Einwechslung des Spielertrainers, na ja… An der Seitenlinie übernahm Schreihals Zemp das Zepter. Die Pause nutzte er, um nach seinen zwei Flügelläufen in Durchgang eins wieder Luft zu bekommen. Dies schaffte er und wechselte gleich als erste Amtshandlung, nach einem leichtsinnigen Dribbling im Strafraum, die Nummer 4 aus und nach kurzem Zusammenstauchen direkt als Spielmacher wieder ein. Doch auch diese Aktion trug nicht viel Positives zum Spiel und Resultat bei. Hätte Bitterli seinen linken Fuss nicht zur zum Stehen, wäre der Anschlusstreffer schon früher möglich gewesen. Und Deitingen? Sie hatten wenigstens ein wenig Erbarmen und wechselten ebenfalls auf einigen Positionen. Immerhin erhöhten Sie das Score nicht im selben Takt wie in der ersten Halbzeit, was am eigenen Unvermögen und an unserem neuen Keeper lag. «Nur» zweimal musste er hinter sich greifen, als Stampfli ihn bezwingen konnte. Wir sind froh, dass es an diesem Tag kein Stängeli wurde. Wie hätten wir die unzähligen Kisten Bier auch trinken sollen, welche eine solche Niederlage gekostet hätte. Weniger froh, waren am Ende die Deitinger. Sie konnten die Null nicht halten, was an unserem Jungspund Herzig lag. Er fasste sich ein Herz und hämmerte das Spielgerät mit seinem schwächeren, linken Fuss in den Winkel. 1:7 und somit das Schlussresultat.

Eine solch schwache Leistung zum Abschluss. Das neue Trainergespann ist bereits nach dem 1. Spiel angezählt. Wer weiss, ob nicht doch René Scherz nach Fertigstellung seines Lego-Häuschens das nächste Training leiten wird. Die Zuschauer hofften dies bereits nach Spielabpfiff und skandierten “Keller/Zemp-Raus-Rufe”. Mit diesen beiden Hampelmännern an der Seite kann und wird es nicht weitergehen. Gut möglich, dass Frau Scherz auch in der nächsten Saison einige Anekdoten über die Ausrufe ihres Mannes auf unserer Webseite finden wird.

Viel Glück dem Fc Deitingen bei den Aufstiegsspielen!

25.05.2019: Fanion-Team “enttäuscht” ihren Trainer erneut mit einem Sieg

In Abwesenheit unseres offiziellen Matchbericht-Autors liefen wir am Samstag um 17.00 Uhr in Winznau auf. Trainer Scherz forderte höchste Konzentration und vollen Einsatz ab der ersten Minute.

Wir mussten ihn einmal mehr enttäuschen und gerieten schon in der ersten Viertelstunde mit zwei Längen in Rückstand. Nachdem unser Torhütertalent, nach einem Corner und schon nach 5 Minuten, mustergültig am Ball vorbeisegelte, konnte er auch nach 14 Minuten nicht mehr entscheidend intervenieren. Stürmer Luca Keller schnürte seinen Doppelpack. Dies dank einem steilen Abkick des Winznauer Torhüters (normalerweise Feldspieler), etwas Glück und einigen Unstimmigkeiten zwischen der Abwehrreihe und Quicknick.

Darüber ob «dä Bürgin» die beiden Tore hätte verhindern können, scheiden sich die Geister. Tendenziell aber eher nicht. Schon gar nicht in jenem Zustand, in welchem er sich zu diesem Zeitpunkt wohl befand. Feierte er an diesem Tag doch seinen 26. Geburtstag.

Persönlich wäre ich in diesem Moment wohl auch lieber mit Miro am «Daydance», als mit Scherz in Winznau gewesen. Dieser tobte an der Seitenlinie, sodass einem die Haare zu Berge standen. Immerhin erwachten wir dadurch ein bisschen. Nach einem schönen Angriff über die rechte Seite verwertet unser Coolman, in der 19. Minute, gewohnt eiskalt. Beeindruckend mit welcher Ruhe unser Millenniums-Kind seine bisherigen 7 Saison-Treffer erzielte.

Nach 30 Minuten stellte Gipsy die Uhr zurück auf null und der FC Hägendorf war zumindest resultatmässig wieder im Spiel. Bis zur Pause blieb es jedoch ein Gurkenspiel, geprägt von vielen Fehlpässen. Trotz seinem nicht idealen Start ins Spiel, mussten wir Nick für seine Leistung bis zur Pause ein «Kränzli» winden. Der junge Mann parierte nach unserem Ausgleich drei Mal mirakulös. Gerüchten zu Folge trauerten einige Winznauer nach Spielschluss noch am Daydance im «Sisième» ihren verpassten Chancen nach. Hoffen wir, dass sie nicht auch noch von Nick träumen mussten.

Nach einem ordentlichen Donnerwetter, starteten wir etwas besser in die zweite Halbzeit. Im Grossen und Ganzen blieb es jedoch ein schlechtes Spiel, sodass es schwer fällt die richtigen Worte zu finden und diesen Bericht mit Text zu füllen.

In der 73. Minute entwischte unser Torjäger der gegnerischen Abwehr und konnte nur noch mit einem Foul gestoppt werden. Den anschliessenden Penalty verwertete Claude sicher. Mit der Führung im Rücken und Nick im Tor, schaukelten wir Minute um Minute von der Match-Uhr. Bis sich Claude ein Herz fasste und nach einem Winznauer Fehlpass aus dem Halb Feld, einfach durchlief und den Ball im Tor versorgte.

Viel bleibt nicht mehr zu sagen.

Kurz vor 19:00 Uhr setzte der Schiri dem Elend ein Ende. Mit nun 10 Punkten aus den letzten 4 Spielen dürfen wir zufrieden sein. Hoffentlich lindert dieser Umstand bis Dienstag die Enttäuschung von Scherz ob der dargebotenen Leistung.

FC Hägendorf 4 : 2 FC Winznau
Claude Keller 2 : 2 Luca Keller

Autor: Florian Zemp (ausnahmsweise und hoffentlich nie mehr wieder)

16.05.2019: Weiterer Sieg gegen das Schlusslicht

Zwei Tage nach dem kräfteraubenden Sieg gegen Welschenrohr folgte gegen Schlusslicht Juventus Dulliken bereits das nächste Meisterschaftsspiel. Dieses stand unter ganz anderen Vorzeichen, als die vergangene Partie, da wir als Favorit aufs Feld gingen. Leider haben wir schon ein paar Mal bewiesen, dass uns diese Favoritenrolle nicht immer liegt, was sich über grosse Strecken des Spiels auch hier zeigen sollte.

Die Startphase der Partie lief zu unseren Gunsten. Die fehleranfällige Gästeabwehr liess uns ein ums andere Mal gewähren und lud uns teilweise regelrecht zu Topchancen ein. Eine dieser Chancen konnten wir in Person von Gypsi zum 1:0 nutzen. Leider liessen unsere Stürmer weitere Hochkaräter aus, so dass es kam, wie es kommen musste. Wir gewährten Juve mehr Freiräume und liessen ihnen ein paar Chancen zu, welche Aushilfstorwart Lucien vereitelte. Dies liess uns aber nicht aufhorchen und das Tempo ein wenig anziehen, im Gegenteil. Durch einen Standard und anschliessendem Kopfballtreffer glich Dulliken zum 1:1 aus, was auch gleich das Pausenresultat bedeutete. Das Spielgeschehen passte Spieler und Trainer gar nicht in den Kram. Konsterniert sassen wir in der Kabine und wussten, dass eine solche Leistung auch gegen den Tabellenletzten nicht reichen würde. In der Hoffnung, dass wir nach dem Seitenwechsel erneut eine Leistungssteigerung hervorrufen können, schritten wir wieder aufs Feld.

Die ersten paar Minuten liessen alle Anwesenden hoffen, dass wir unserer Favoritenrolle nun gerecht werden. Diese Hoffnung war aber nur von kurzer Dauer. Nach einem Treffer von Kayhan, der wegen Offside aberkannt wurde, liessen wir uns wieder in die alten Muster zurückfallen. Fehlende Laufbereitschaft und mangelnder Einsatzwille führte auch in Durchgang zwei dazu, dass der Gegner einige Torabschlüsse verbuchen konnte. Da wir den Schalter immer noch nicht umlegten und weiterhin Fehler produzierten, lagen wir auf einmal in Rückstand. Jetzt galt es Moral zu beweisen, um die Englische Woche doch noch erfolgreich abzuschliessen. Mit zunehmender Spieldauer liessen uns die Gegner mehr und mehr Freiräume, was in einer Situation zu einem Elfmeter führte. Trotz Dulliker Protesten trat Davide zum Strafstoss an und verwertete diesen mehr oder weniger souverän zum Ausgleich. So richtig Jubeln konnte er als Fan der Bianconeri natürlich nicht.

Was daraufhin folgte, war ein denkwürdiger Moment in der Geschichte des kantonalen Fussballs. Florian Zemp, Baujahr 1994 und seit 8 Jahren in der ersten Mannschaft, davon die meiste Zeit in der Abwehr gesetzt (einige Trainer sahen das anders und mussten die Segel streichen), traute sich ausnahmsweise mit in den Angriff. Vermutlich konnte er das Trauerspiel seiner Vorderleute nicht länger mit ansehen. Nach gefühlt 1’000 Einsätzen für das Fanionteam gelang ihm das Unvorhergesehene, einen Treffer ins gegnerische Tor, den er erst noch selber einleitete. Randnotiz: Sein Traumvolley gegen Riedholz knallte damals leider ins eigene Tor. Es gab kein Halten mehr, die Menge tobte. Einige Fans waren den Tränen nahe. Die lange Leidenszeit war vorbei. Nun haben sie alles gesehen. Sogar unser Masseur sprach im Anschluss offen über seinen Ruhestand. Ein nicht gerade als Läufer bekannter Spieler (namentlich der Autor), sprintete gar über das ganze Feld, um den Torschützen zu feiern. Zu lange musste er auf diesen Moment warten, an den niemand mehr zu glauben vermochte.

Zurück zum Spiel. Das Resultat war weiterhin offen und wir setzten alles daran, den Sack zu zumachen. Ein unnötiger Platzverweis des Gegners spielte uns dann noch in die Karten. Daraufhin konnten wir die Führung um zwei weitere Tore hochschrauben. Der bis dahin glücklose Kayhan durfte sich auch noch in die Torschützenliste eintragen lassen. Angeblich erneut nach Vorlage von Edin, welcher nach eigenen Aussagen bereits die beiden vorangegangenen Tore eingeleitet hat. Fast so erstaunlich wie das Tor von Zemp war das 5:2. Doppelback Gypsi nach weiterer Vorarbeit von Edin. Das hätte sich so niemand ausdenken können. Dieses durchaus hohe Resultat sollte nicht über unsere schlechte Leistung hinwegtäuschen. Zumal Juve noch einige Male im Abseits stand, oder aus guter Position nicht einnetzen konnte. Kurz vor Ende des Spiels wurde unserem Gegner noch ein Elfmeter zugesprochen. Diesen konnte Lucien zwar noch parieren, gegen den Nachschuss war er jedoch chancenlos. Eventuell hätte das Tor verhindert werden können, wenn ausser Luki noch wenigstens ein Spieler mehr nachgelaufen wäre. Eventuell.

Anschliessend pfiff der Schiedsrichter ab. Trotz schlechter Leistung nehmen wir die drei Punkte mit und können ein positives Fazit aus der Englischen Woche ziehen. 3 Spiele innert 5 Tagen und daraus stehen 7 Punkte zu Buche. Obwohl unser Trainer mit der Leistung gegen Dulliken ganz und gar nicht zufrieden war, muss auch er eingestehen, dass am Ende nur die Punkte zählen.

Lieber eine schlechte Leistung mit einem Sieg krönen, anstatt nach einer guten Leistung Punkte abgeben.